Wolnzach - Historischer Cirkel e.V.

Burganlage am Schlossberg

Autor: Rupert Fuchs

Die Wälle der Burganlage

Burgstall und hallstattzeitliehe Siedlungsfunde(1):
An der Staatsstraße Pfaffenhofen Nr. 11, zwischen Wolnzach und Haushausen, liegt linker Hand der sogenannte Schlossberg, einem nach Norden weisenden Vorsprung der östlichen Talrandhöhen des Baches Wolnzach, der jetzt bewaldet ist.
Am nach Westen abfallendem Steilhang des nach Norden und Nordosten flach ansteigenden Hinterlandes liegt eine zweigliedrige Burganlage, bestehend aus Haupt- und Vorburg. Die an die Abbruchkante des Wolnzachtales angelehnte Hauptburg zeigt einen halbkreisförmigen Innenraum mit etwa 50 m Durchmesser.
Die Nord-, Ost- und Südseite ist durch einen Randwall mit bis zu 3 m Höhe geschützt. Die Sohle des vorgelagerten Grabens liegt im Süden 4 m, im Osten 8 m und im Norden bis zu 7 m unter der Wallkrone. Durch Erdrücken getrennt schließen sich zwei weitere Gräben an, die allerdings nur die Ostseite des Kernwerks sichern. Im Norden streichen diese Gräben frei aus, im Süden enden sie an dem hier nach Osten zurückspringenden Talhang des Wolnzach-Baches.

Die topographische Auswertung des Amtes für Denkmalpflege

Im südlichen Abschnitt des äußeren Grabens setzt die Vorburg an, deren Ränder mit Ausnahme der Westseite von niedrigen Wällen besetzt sind und von einem schwach ausgeprägten Graben umlaufen werden.

Aus dem Bereich des Burgstalls waren seit längerer Zeit einige Lesefunde bekannt, die auf eine Besiedlung des Platzes schon während der Hallstattzeit hinweisen.Die Besonderheit der Besiedlung liegt darin, dass diese ununterbrochen also von der Mittelsteinzeit (ca. 9500 v. Chr.) bis zum Ende des Mittelalters (1500 n. Chr.) bestanden hat.

Dieses Bodendenkmal kann über das Internetportal des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege www.blfd.bayern.de unter der dort abrufbaren Denkmalliste für den Ort Wolnzach eingesehen werden.

Im Bereich der Anlage fanden durch Mitglieder des HiC und darauf folgend durch das damalige Grabungsbüro Oberbayern-Nord des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, wiederholt Grabungen statt, bei denen vorgeschichtliche Steinbeile, Pfeilspitzen, Schaber und Bruchstücke von Vorratsgefäßen aus der sog. Chamer Kulturstufe sowie ein Mahlstein, keltische und römische Speiseschalen, eine römische Gewandfibel und mittelalterliche Speerspitzen geborgen wurden. Mehrere Gefäße wurden inzwischen zusammengesetzt und werden im Archiv verwahrt. Bilder davon zieren den Handzettel des HiC.

(1) Drexler-Herold J. u. Wegener-Hüssen A., Denkmäler in Bayern, Bd. I/19, Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm, Karl M. Lipp Verlag, München, 1992



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